Landkreis startet mit Impfungen gegen Covid-19

Bis zu 120 Menschen aus den Risikogruppen sollen am Sonntag geimpft werden

Die Impfungen gegen Covid-19 sind am Sonntag, 27. Dezember, wie geplant angelaufen. Angefangen wurde bei den zwei Impfteams, die so Erfahrungen mit diesem Impfstoff sammeln und gleichzeitig einer Verbreitung des Virus in den Altenheimen durch sich selbst entgegenwirken wollten. Im Anschluss begannen die Impfungen in der Facheinrichtung für Intensivpflege in Barßel und im St. Leo-Stift in Essen, wo am selben Tag 100 bis 120 Patienten an die Reihe kommen.

Nach 21 Tagen zweite Impfung.

Die Herausforderung bei der Impfung ist, dass nach Anbruch und Auftauen eines Behälters mit 1000 Impfdosen innerhalb von zehn Tagen alles aufgebraucht werden muss. 21 Tage später muss es eine weitere Impfung geben, damit der Schutz vor dem Krankheitserreger aufgebaut wird. Daher ist eine exakte Koordination des Einsatzes der Impfteams erforderlich, so Kreissprecher Sascha Rühl.

„Ein Jahr im Ausnahmezustand geht zu Ende. Dieser 27. Dezember ist ein historischer Tag, denn heute beginnt das Impfen in Europa und in Niedersachsen in Cloppenburg und Osnabrück“, sagt Landrat Johann Wimberg. Eine Art des Impfens in dieser Form habe es in der Geschichte noch nicht gegeben.

„Es gab hierfür kein Handbuch, vieles musste neu überlegt werden.“ Die beiden Einrichtungen, in denen der Impfstoff zuerst verabreicht wird, seien ausgewählt worden aufgrund ihrer hohen Zahl an Risikopatienten. „Danach geht es in den nächsten Tagen Schlag auf Schlag weiter. Über 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegerinnen und Pfleger in den Einrichtungen im Landkreis Cloppenburg wollen sich impfen lassen“, betonte Wimberg. Und je mehr die Impfung sich etabliere und auch Wirkung zeige, desto mehr Menschen würden sich dadurch ebenfalls zu einer Impfung bereit erklären.

Risikogruppen schnellstmöglich Impfen

Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs des Landes Niedersachsen, machte sich ein Bild von der ersten Impfungen im Testzentrum des Landkreises Cloppenburg. Es sei wichtig, nun so schnell wie möglich die Angehörigen der Risikogruppen, das seien in Niedersachsen etwa 800.000, zu impfen. „Diese Impfung bietet einen hochgradigen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. So gelingt es uns, Covid-19 den Schrecken zu nehmen.“ Bis Ende des Jahres erhalte Niedersachsen noch weitere 110.000 Impfdosen, im neuen Jahr 70.000 pro Woche. „Sobald auch weitere Impfstoffe zugelassen sind, wird sich diese Zahl noch steigern“, ver-sprach die Abteilungsleiterin „Gesundheit und Prävention“ des Landes.

Der medizinische Leiter des Impfzentrums, Prof. Dr. Joachim Schrader, sagte, dass man stolz darauf sein könne, dabei zu sein. „Ohne einen Impfstoff kann diese Pandemie nicht besiegt werden. Es ist ein Rekord, dass Impfstoffe so schnell entwickelt werden konnten. Was jetzt noch fehlt, ist eine Therapie, um auch denjenigen helfen zu können, die sich nicht impfen lassen können. Erst dann können wir dem Coronavirus endgültig den Schrecken nehmen.“ Schrader dankte bei dieser Gelegenheit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landkreises, die „gut durchdachte Arbeit“ geleistet und mit „kurzen Wegen und schnellen Entscheidungen“ gearbeitet haben.

Wimberg lobt Helfer des Roten Kreuz

Landrat Johann Wimberg lobte die Fachlichkeit und die Expertise Schraders. „Wenn Sie sich einer Sache annehmen, dann tun Sie das stets mit großem Engagement.“ Gleichzeitig lobte Wimberg das Deutsche Rote Kreuz, das dem Landkreis bereits beim Testzentrum gute Dienste geleistet hat und nun auch Kräfte für die Durchführung der Impfungen stelle. „Das DRK ist eine sehr schlagkräftige Gruppe, die uns schon sehr geholfen hat.“

Unterdessen ist die Zahl der aktiven Corona-Fälle über die Weihnachtstage wieder angestiegen: 57 neue Fälle und eine Genesung über die Feiertage gemeldet

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